Fallsupervision in helfenden Berufen Was ist Supervision speziell in Form der Fallsupervision? Sie konzentriert sich auf die Bearbeitung konkreter Fälle aus der beruflichen Praxis. Besonders in sozialen, pädagogischen und therapeutischen Berufen ist Fallsupervision ein zentrales Instrument zur Reflexion der Arbeit mit Klienten, Patienten oder anderen Personen.
In der Fallsupervision wird ein konkreter Fall detailliert vorgestellt. Was ist die Situation? Wer sind die beteiligten Personen? Was ist das Problem? Welche Interventionen wurden bereits versucht? Der Supervisor und die Gruppe (falls es Gruppensupervision ist) hören zu, stellen Fragen und entwickeln gemeinsam neue Perspektiven auf den Fall.
Oft entstehen dabei überraschende Erkenntnisse. Aspekte, die der Fallbringer übersehen hatte, werden sichtbar. Alternative Deutungen des Verhaltens werden entwickelt. Neue Interventionsmöglichkeiten tauchen auf. Diese Multiperspektivität ist einer der großen Vorteile von Supervision – sie erweitert den Handlungsspielraum erheblich.
Fallsupervision dient auch der Selbstreflexion. Warum reagiere ich auf diesen Klienten so stark? Was löst diese Situation in mir aus? Welche eigenen Themen schwingen mit? Diese Fragen zu klären ist wichtig, um professionell handeln zu können. Wenn eigene ungelöste Themen die Arbeit beeinflussen, leidet die Qualität.
Besonders bei ethisch schwierigen Fällen ist Supervision wertvoll. Wenn verschiedene Werte in Konflikt stehen, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, die weitreichende Konsequenzen haben, oder wenn rechtliche und ethische Fragen berührt werden, bietet Supervision einen Raum für sorgfältige Abwägung. Was ist Supervision hier? Ein ethischer Kompass für komplexes berufliches Handeln.